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Oberst Karl von KOPAL

Karl v. KOPAL in: STRACK J. Das Kopaldenkmal in ZNAIM
Portrait Karl v. KOPAL: STRACK J., Das Kopal-Denkmal in Znaim und das k.k. 10. Feld-Jäger-Bataillon von der Errichtung bis zur fünfzigjährigen Jubelfeier, WIEN 1864 - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Karl KOPAL wurde am 3. Februar 1788 in SCHIDROWITZ in Südmähren nahe ZNAIM als Sohn des Verwalters des dortigen Gutes geboren und verstarb am 17. Juni 1848 in VICENZA/IT an den Folgen der Verwundung vom 10. Juni.
Nach dem Besuch des Gymnasiums in ZNAIM und der Realschule in NIKOLSBURG trat Karl KOPAL am 20. September 1805 [1] als ex propriis [freiwilliger] Gemeiner [einfacher Soldat] in das Infanterieregiment Prinz Friedrich von Sachsen-Coburg Nr. 22 ein und nahm an der Schlacht von AUSTERLITZ [2] am 2. Dezember teil.

Nach Ausbildung in der Kadettenschule von THERESIENSTADT wurde er dem Jägerbataillon Nr. 6 zugeteilt und am 16. Februar 1809 wurde er zum Unterleutnant ebendort ernannt [3]. Am 10. April 1809 zeichnete er sich beim Übergang des 4. Corps in der Avantgarde-Brigade Vecsey über den Inn auf der Brücke bei Schärding im heftigen Vorpostengefecht aus und war als einer der Ersten am jenseitigen Ufer und nahm an allen folgenden Vorpostengefechten der Brigade ruhmvoll teil.

Bei dem Rückzuge der Hauptarmee am 22. April nach Regensburg war Kopal mit einer halben Kompagnie zur Nachhut commandirt, plötzlich von einer zahlreichen feindlichen Cavallerie-Abtheilung angegriffen und zur Ergebung aufgefordert worden. Ungeachtet einer am Kopfe erhaltenen Contusion hatte er den Kampfplatz nicht verlassen, sondern getrachtet, mit seinen Jägern die ersten Häuser der Vorstadt Regensburg zu gewinnen.

Diese hatte er nunmehr sogleich besetzt und die Straße zwischen denselben verbarricadirt, wodurch den ins Stocken gekommenen Munitions- und Geschützwägen Zeit verschafft wurde, den Rückzug ungehindert fortsetzen zu können. Nach Erstürmung der Vorstadt durch den weit überlegenen Feind hatte sich Kopal mit seinen Jägern, er selbst der Letzte, auf einem über den Stadtgraben gelegten Balken gerettet.

Sein hervorragendes tapferes Benehmen hatte bereits am 11. Juli 1809 die Beförderung zum Oberleutnant (außer der Rangstour) zur Folge[4].

Im Feldzug 1813 kämpfte Oberleutnant KOPAL in dem Gefecht bei GABEL am 19. August mit Auszeichnung und wurde am 1. September zum Hauptmann befördert. Am 18. Oktober tat sich Hauptmann KOPAL bei LEIPZIG bei der Avantgarde der zweiten leichten Division rühmlich hervor, ebenso im folgenden Jahre in Frankreich bei der ersten leichten Division unter Feldmarschall-Lieutenant Graf BUBNA bei LYON am 17. und 18. Jänner sowie bei MERIMIEUX am 18. Februar.

1815 stand das Jägerbataillon Nr. 6 in der Brigade des Generalmajors Baron PAUMGARTTEN der österreichischen Reservearmee unter Erzherzog Ferdinand d'ESTE und konnte sich wiederum auszeichnen. Nach einer Friedensepoche von 20 Jahren wurde KOPAL am 29. Dezember 1835 zum Major beim Infanterieregiment Nr. 8 (damals „Erzherzog LUDWIG“) befördert und am 26. März 1836 zum Kommandanten des Jägerbataillons Nr. 7 ernannt, welches bis 1840 in FIUME in Garnison lag.

Kopal hatte sich im Jahre 1832 mit Fräulein Therese Freiin v. Spiegl, Tochter des k.k. Generalmajors Freiherrn v. Spiegl, zu Kirchenbirk in Böhmen vermählt. Dieser äußerst glücklichen Ehe waren fünf Kinder entsprossen,[...]:

  • Carl, geboren im Jahre 1833 zu Eger in Böhmen, [1864] k. k. Hauptmann des 20. Feld Jäger-Bataillons;
  • Victorine, geboren im Jahre 1833 zu Waldstein in Böhmen, vermählt mit dem k.k. Major in der Armee Ludwig Brand, Ritter von St. Lucia[5].;
  • Victor, geboren im Jahre 1836 zu Jaispitz in Mähren, [1864] k.k. Oberlieutenant des 10. Feld-Jäger-Bataillons;
  • Ernestine, geboren im Jahre 1839 zu Fiume, im ungarischen Litorale; und
  • Robert, geboren im Jahre 1842 zu Botzen in Tirol, [1864] k.k. Lieutenant des Tiroler Jäger Regiments Kaiser Franz Joseph I[6].

1837 wurde Major KOPAL vom Kaiser nach mehr als 30jähriger Dienstleistung in den Adelstand des österreichischen Kaiserstaates als „Patricier der freien Städte Fiume und Buccari“ erhoben. 1841 zum Oberstleutnant im Tiroler Jägerregiment befördert, wurde KOPAL am 24. April 1846 zum Oberst und Kommandanten des Jägerbataillons Nr. 10 ernannt. Seine Gattin mußte zu Jahresbeginn 1846 aus gesundheutlichen Gründen in ihre Heimat Kirchenbirk/Falkenau in Böhmen [heute: Kostelní Bríza/Sokolov] zurückreisen und nahm Victorine, Ernestine und Robert mit. Dort, am Familiensitz, starb sie noch im Laufe des Jahres 1846. Carl [Junior] war zu diesem Zeitpunkt bereits an der Militärakademie in WR. NEUSTADT eingetreten, Victor verblieb bei seinem Vater in Italien. Im Laufe des März-Marsches von VARESE nach MAILAND 1848 mußte er aus Sicherheitsgründen in SARONNO zurückbleiben. Nach dem Abzug des Jägerbataillons mit der Armee Richtung VERONA wurde der 12 jährige Victor von den Rebellen nach MAILAND entführt, konnte jedoch - vermutlich nach Bezahlung eines Lösegeldes durch seinen Vater - Ende April 1848 mit falschen Papieren nach Böhmen zu den Verwandten der verstorbenen Mutter entkommen. Im September 1848 wurde auch er an der Militärakademie in WR. NEUSTADT aufgenommen[7].

Als Kommandant des 10. Jägerbataillons im Italienfeldzug 1848 begründete Karl von KOPAL vor allem mit der Leistung in ST. LUCIA bei VERONA und seinem selbständig erteilten Angriffsbefehl auf den Monte Berico von VICENZA, mit seiner Verwundung und seinem Tod aufgrund dieser Verwundung, nicht nur seinen eigenen Heldenruhm in der österreichischen Militärgeschichte sondern auch den Ruhm „seines Bataillons“ bis weit über das Ende und den Bereich der Österreichisch-Ungarischen Monarchie hinaus. Posthum wurde ihm – vor allem für den entscheidenden Angriffsbefehl an seine 10er Jäger in VICENZA zur Wende in der Schlacht – in der 151. Promotion des Ordenskapitels am 27. November 1848 das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresienordens zuerkannt.

Damit verbunden wurden seine Kinder mit 11. Jänner 1852 in den Freiherrenstand erhoben.

Wappen der Freiherren von Kopal, 11. Jänner 1852
Wappen der Freiherren von Kopal von 1852. Das Wappen entspricht dem älteren Wappen von 1837, ergänzt um das Signalhorn mit aufgelegter arabischer Ziffer 10 und die Freiherrenkrone der Helmzier. Rekonstruktion auf Basis des Familienwappens auf dem Grab Karl v. Kopals und der Wappenbeschreibung von 1852 - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

 

1873 findet sich Victor KOPAL, Freiherr [Baron] v., als Hauptmann 1. Klasse im Offiziersstand des Jägerbataillon Nr. 10 [8] und in den folgenden Jahren durchläuft er die Rangklassen, wird im Jahr 1879 als Flügeladjudant des GI Erhzg. ALBRECHT geführt [9], bis er 1885 als Oberstleutnant und Kommandant des Jägerbataillons Nr. 10 in der Garnison HAINBURG/NÖ erwähnt wird [10].

Der Familiensitz Kirchenbirk in Böhmen wurde bis zur Vertreibung der Familie 1945 bewohnt. Heute sind weite Bereiche dem Verfall preisgegeben.

Dem Gedenken des letzten männlichen Nachkommen, Rittmeister Gottlieb Baron BRAND-KOPAL von Santa Lucia (Linie von Karl´s Tochter Victorine) wurde 1971 ein Nachruf in Buchform gewidmet [11].

 

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